Wenn die Hitze des Sommers das Land verlässt und der Herbst Einzug gehalten hat, bestimmt der Altweiber Sommer das Wettergeschehen. Die perfekte Zeit um die Natur in all ihrer Herbstlichen Farbenpracht zu geniessen.

Mich hat es dafür in den Salzburger Flachgau gezogen. Genauer gesagt nach Obertrum am See. Denn dort steht Salzburgs wohl berühmtester Baum: Die Kaiserbuche.

GESCHICHTLICHES

Seinen Namen hat der Baum in Anlehnung an die Pflanzung 1779 zu Ehren des kaiserlichen Besuches von Josef II. Dieser besuchte am 28. Oktober 1779 den Haunsberg, um das von Bayern erworbene Innviertel zu besichtigen. So zumindest der Legende nach.

Die heute noch anmutende Kapelle neben der Buche, wurde 1898 zum fünfzigjährigen Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Josef als Gedächtniskapelle neben der Kaiserbuche errichtet.

Die ursprüngliche Buche stand 225 Jahre als Wahrzeichen von Obertrum am Haunsberg, ehe sie 2004 einem Sturm zum Opfer fiel.

Dank der Landesgärtnerei, welche nach dem Sturm genetische Nachfahren der Buche zog, steht heute eine neue Buche am Haunsberg.

Der Panormaweg ist auf allen Stellen gut ausgeschildert | Foto: loving Salzburg TV

DER PANORMAWEG AM HAUNSBERG

Die Kaiserbuche ist auch Ausgangspunkt für meine Wanderung auf dem Panorama Weg. Wegen seiner grandiosen Ausblicke wird der Haunsberg auch “Berg der schönen Ausblicke” genannt. Gleich rechts neben dem Gasthof Kaiserbuche befindet sich eine Infotafel mit einem Überblick über die 12 Stationen am Weg.

TIP: Wenn du ein Handy mit hast, solltest du die Tafel abfotografieren. Damit weist du dann auf jedem Punkt am Weg wo du dich gerade befindest und wie weit es noch ist.

Für mich dienten die Punkte nur als Orientierung, da ich einfach nur wandern und die Aussichten bzw. Natur geniessen wollte. Familien mit Kindern können anhand der 12 Stationen spielerisch die Geschichte, die Fauna und die Geologie der Umgebung erkunden.

Der Weg führt zu 90 % über gut begehbare Forststraßen und ist somit auch für den ungeübten Wanderer und Familien leicht zu bewältigen. Trotzdem sollte auf halbwegs gutes Schuhwerk nicht verzichtet werden, da der Abstieg von der Gabrielen Aussicht über schmale Pfade und Wurzeln wieder zur Forststraße führt.

DIE VEGA HAUS DER NATUR STERNWARTE

Schon nach einigen Minuten Gehzeit stosse ich auf die erste Attraktion. Die Vega Haus der Natur Sternwarte. Die Sternwarte ist mit modernster Technik ausgestattet und holt dir, im wahrsten Sinne des Wortes, die Sterne vom Himmel. Eröffnet wurde sie im August 2018 nach nur 14 Monaten Bauzeit. Wenn du ein Sternen-Liebhaber bist, hast du zweimal pro Woche die Gelegenheit, dir den Sternenhimmel durch das neue Teleskop anzusehen. Wann es genau zugänglich ist findest du hier: INFOS STERNWARTE

DAS EIGENTLICHE WARHZEICHEN DES HAUNSBERGES

Nur kurz danach eröffnete sich mir der wunderbare Ausblick auf den Watzmann und den Hohen Staufen, auf das bayrische Alpenvorland sowie das Salzachtal. Geht man ein Stück weiter des Weges kommt man zum Radar Turm der Austro Control. Dieser ist auch vom Norden der Stadt aus gut sichtbar. Die Weisse Kugel ist eigentlich das Wahrzeichen des Haunsberges.

DIE GABRIELEN AUSSICHT

Danach führt der Weg weiter durch den herbstlichen Wald. Wow wie die Gelb-, Rot- und Brauntöne auf das Gemüt wirken. Jetzt kann ich mir auch gut vorstellen, warum die Psychologie empfiehlt, bei depressiven Anflügen in den Wald zu gehen.

Gemütlichen Schrittes sauge ich die Natur in mich auf und freue mich, an so einem schönen Fleckchen Erde zu Leben.

Der Wendepunkt der Wanderung ist die Gabrielen Aussicht. Sie ist eine Aussichtsstelle etwas westlich unterhalb des Haunsberggipfels. An dieser Stelle befindet sich auch ein Denkmal, das im Jahr 1873 im Auftrag der Gabriele Fürstin Auersberg-Trautson errichtet wurde. Die Enthüllung fand am 14. September 1873 statt. Schon damals unter großer Beteiligung der Bevölkerung aus der Umgebung.

Nach dem kurzen Abstieg von der Gabrielen Aussicht geht es weiter mit den wunderbaren Ausblicken. Wieder auf einer Forststraße angekommen eröffnet sich mir der herrliche Blick auf das Salzburger Becken mit Teilen der Stadt Salzburg und die Nördlichen Kalkalpen mit dem Untersberg.

DER RÜCKWEG

Jetzt geht es wieder retour zum Ausgangspunkt. Angekommen am Gasthaus Kaiserbuche geniesse ich noch einmal den Ausblick auf das Salzburger Seenland mit dem Buchberg, das Salzkammergut und die Osterhorngruppe.

Für die kleine Wanderung von 1,5 bis 2 Stunden darf ich mich dann auch belohnen. Das Gasthaus Kaiserbuche mit dewr rustikalen Sonnenterrasse Richtung Seenland lädt dazu zum verweilen ein. Bei einem saftigen Bauernkrapfen und einem Sommerspritzer lasse ich den Nachmittag ausklingen.

FAZIT

Der kleine Ausflug in den Salzburger Flachgau loht sich auf alle Fälle. Wer allerdings Action erwartet wird hier enttäuscht werden. Vielmehr kann man die Seele baumeln lassen,die Natur in sich aufsaugen und ein klein wenig in Bewegung kommen.

Einziger Wehmutstropfen: Bei den meisten Aussichtspunkten hat sich die Vegetation durchgesetzt und ist in die Höhe gewachsen. Was heisst, dass teilweise die Aussichten nicht in vollem Umfang möglich sind.

FAKTEN

GEHZEIT: 1.5 bis 2 Stunden
GELÄNDE: großteils Forststraßen und ein kleines Teilstück abschüssige Waldwege
KOSTEN: kostenlos
GEEIGNET: auch der ungeübte Wanderer findet hier seine Freude, Familien mit Kindern, Naturbegeisterte

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